Unerbittliche Schmerzen

Bei dem letzten Bericht „Der Anfang einer langen Geburt„, hörte ich ja damit auf, dass die Fruchtblase geplatzt war und das viel zu früh. Unsere Welt brach zusammen in diesem Moment, die Angst war riesig um unsere Tochter. Ich wusste noch nicht was auf mich zukommen wird, vorallem nicht, was für Schmerzen ich haben werde.

Es wurden alle Vorkehrungen getroffen. Mir wurde Blut abgenommen und ein Zugang gelegt. Ich bekam die erste halbe Wehen Tablette, danach brachte die Schwester mich auf mein Zimmer. Vorsorglich wurde mir schon mal Antibiotika gegeben, später stellte sich auch raus, dass eine leichte Entzündung vorlag.

Wir waren beide völlig durch den Wind, wie geht es wohl weiter. Bald halten wir unsere Tochter in den Händen, die Ärzte meinten sogar spätestens in 2 Tagen. Es war Silvester, wir wollten doch eigentlich mit meiner Familie ins neue Jahr feiern, stattdessen liegen wir im Krankenhaus und warten bis die Geburt losgeht. Ich rief meine Eltern an um Ihnen Bescheid zu geben, dass aus unserer Feier nichts mehr werden würde. Die Tränenflossen nur so und zeigten meine Verzweiflung. Ich war so besorgt um unser Baby. Wir guckten etwas fern um uns abzulenken, mein Mann durfte in meinem Zimmer übernachten, da nicht viel los war. Es gab Abendessen und danach schauten wir uns die verschiedenen Silvestershows an. Ich wollte trotz allem ins neue Jahr feiern, auch wenn wir dies im Krankenhaus taten.

Frohes Neues

Wir standen auf dem Balkon von der Geburtsklinik und nahmen uns in den Arm. Das Feuerwerk im Hintergrund war der Hammer, das einzig schöne an diesem Tag. Kurz darauf legten wir uns hin und versuchten zu schlafen, das war leider überhaupt nicht so einfach. Alle paar Stunden kam eine Schwester rein um nach mir zu schauen, schlafen konnte ich nach diesem Tag sowieso nicht mehr. Ich war nur noch nervös und gespannt, wann es endlich los geht. Die Wehen Tablette hatte noch kein bisschen angeschlagen. Jedoch wollten sie mir über Nachtruhe gönnen, die Geburt würde noch anstrengend genug werden.

Am nächsten Morgen hatten sich unsere Ängste etwas gelegt, wir hatten uns mit der Situation angefreundet und freuten uns auf unser Mädchen. Nach dem Frühstück wurde ich an das CTG gehangen, es waren noch keinerlei Wehen zu sehen. Somit gab es wieder eine halbe Wehen Tablette. Das Blut wurde ein weiteres Mal untersucht und ich bekam nochmals einen Tropf mit Antibiotika.

Die Zeit verging, ich sollte wieder in 2 Stunden ans CTG kommen und wieder dasselbe, noch keinerlei Regung zeigte sich, die nächste ganze Wehen Tablette folgte zum Mittag. Nach dem Mittagessen kamen uns meine Eltern besuchen, ich freute mich über ihren Besuch, er konnte mich etwas ablenken. Dieses blöde Warten nervte mich. Etwas später kam auch meine Patentante, doch sie war nicht lange da, da fingen bei mir die Wehen an. Sie waren sehr schmerzhaft, also begaben mein Mann und ich uns zum Kreissaal, den Besuch einfach sitzen gelassen. Ab diesem Zeitpunkt war mir alles und jeder egal, es war genau 14:30 Uhr. Die Wehen waren schon jetzt für mich unerträglich. Eigentlich habe ich ein recht hohes Schmerzempfinden, zudem dachte ich auch bis dahin, dass die Geburt schleichend anfängt.

Der Kreissaal

Auf dem CTG war noch nicht viel zu sehen, jedoch ließ ich mich nicht mehr wegschicken, ich hatte schmerzen und ich wollte ab jetzt im Kreissaal bleiben. Die Schwester brachte mich in den freien Kreissaal. Ich musste mich vor Schmerzen hinlegen, es ging einfach gar nichts mehr. Eine Stunde später verlangte ich nach Schmerzmittel. Die Schwester war sehr nett und höfflich, sie fragte mich, ob ich mir sicher sei, wir würden grade erst am Anfang stehen, es würde noch schlimmer werden. Mir war wirklich alles egal, ich wollte das die Schmerzen aufhören. Sie gab mir Schmerzmittel über einen Tropf. Diese brachten mir Übelkeit ohne Ende, die Schmerzen blieben jedoch und wurden stetig mehr.

Mein Mann war ziemlich überfordert mit der ganzen Situation. Ich bin Ehrlich, für mich war die Geburt sehr anstrengend uns sehr schmerzhaft, aber mein Mann konnte mir all das nicht abnehmen. Im Endeffekt konnte er mir nur beistehen und warten und gut zureden. Die Hebamme, welche immer mal vorbeischaute, meinte, ich solle mal etwas laufen. Ich dachte mir: „Du hast gut reden. Ich habe solche Schmerzen, ich bin froh, wenn ich es überhaupt auf die Toilette schaffe.“. Die Übelkeit begleitete mich ebenfalls die ganze Zeit.

Nach 2 Stunden untersuchte die Hebamme mich, der Muttermund war immer noch bei nur 2cm. „Um Gottes Willen, wieso geht das nicht schneller, ich sterbe“, schoss mir in diesem Moment durch den Kopf. Mein Mann bekam Hunger und auch ich sollte etwas essen. Er holte uns Brötchen. Ich bekam kaum was runter, außer Wasser. Keine 5 Minuten später war das ganze Essen wieder draußen. Mir ging es Hunde elend. Ich hatte starke Schmerzen, kam kaum noch zur Toilette und behielt nichts in mir drin. Ich hatte keine Lust mehr. Am liebsten hätte ich abgebrochen und nie wieder Kinder bekommen. Alle gefühlten 5 Minuten sagte ich meinem Mann, dass ich keine Lust mehr habe, dass ich nicht mehr kann und nicht mehr will. Ich konnte nur noch weinen.

Die Hebamme versuchte mir immer wieder Mut zu machen, es geht voran und es wird bestimmt nicht mehr so lange dauern. Sie telefonierte mit dem Arzt aus der Neointensiv, er solle sich schon mal bereithalten. Er hörte mich vor Schmerzen schreien am Telefon und sagte, man solle mir eine PDA geben und mich nicht unnötig leiden lassen.

Das CTG lief die ganze Zeit mit, durch meinen Stress mit den Schmerzen ging es auch unserer Prinzessin nicht so gut. Ich willigte der PDA zu. Jedoch dauerte es gefühlte Stunden, bis die Anästhesisten kamen, mein Mann und ich waren völlig fertig, mittlerweile war es 19 Uhr.

 

Wie lange es anschließend noch gedauert hat, werde ich euch nächste Woche berichten 🙂

Fortsetzung folgt…

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