Liebe und Hoffnung

Die Liebe und die Hoffnung!

Von dem letzten Beitrag bis heute liegt eine lange Zeit. In dieser Zeit ist viel passiert bei uns. Zur gegebenen Zeit werde ich über größere Ereignisse berichten, momentan liegt mir jedoch ein aktuelles Thema sehr auf dem Herzen.

Kurz vor weg, wir sind jetzt eine glückliche fünfköpfige Familie seit diesem Februar.

 

Liebe

Liebe

 

Glück und Angst

Wie schnell Glück in Hoffnung, Verzweiflung und Angst umspringen kann, mussten wir letztes Jahr am eigenen Leib erfahren. Ende Juni hatte ich einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand, zusätzlich lag mein gerade unterschriebener Arbeitsvertrag neben mir. Nach anfänglicher Überraschung kam die Freude nach dem ersten Ultraschall, das Herz schlug und es sah alles gut aus, was man in der 7.SSW sehen kann. Nur eine Woche später wurden wir erschüttert, ein großes Ödem hatte sich von Scheitel bis Steiß gebildet. Eigentlich hatte ich mich gegen die Nackenfaltenmessung entschieden, sie hatte uns bei den anderen beiden Schwangerschaften nur unnötig verrückt gemacht.

Als dann das Ersttrimesterscreening mit Nackenfaltenmessung anstand, war ich sehr angespannt. Das Herz war auffällig und die Nackenfalte sehr dick. Mir kamen die Tränen, die Frauenärztin überwies mich in die Pränatal und drückte die Daumen, dass es dort besser aussieht. Leider wurde die Diagnose bestätigt, eine Chorionzottenbiopsie wurde gemacht. Dies war genau vor einem Jahr. Uns wurde nahegelegt, dass es sich um das Downsyndrom handeln könnte oder einen schweren Herzfehler, eventuell ist das Baby nicht lebensfähig. Mein Mann feiert an diesem Wochenende seinen 30. Geburtstag und ich war komplett fertig. Während ich diese Zeilen schreibe, schleichen sich Tränen in die Augen. Auf die Auswertung mussten wir über das Wochenende hinaus warten.

 

Das Ergebnis

Leider war das Ergebnis nicht aussagekräftig, da sich die Proben vermischt hatten. Also wurde eine Fruchtwasseruntersuchung gemacht. Erst in der 21. SSW wussten wir, unser Kind hat einen Herzfehler und einen Gendefekt, welche Ausmaße standen noch lange nicht fest. Es war ein großer Schock, mit einer minimalen Erleichterung, dass es kein Downsyndrom ist. Die gesamte Schwangerschaft wurde ich regelmäßig untersucht, im 4 Wochen Rhythmus hatte ich Ultraschall bei der Frauenärztin und in der Pränatal. Die Schwangerschaft konnten wir somit nicht genießen, immer war die Sorge und Angst da. Die Klinik zur Entbindung war ca. 100 km entfernt, sprich auch die ganzen Fahrten wurden mit fortschreitender Schwangerschaft nicht einfacher, alles unter strengen Corona-Auflagen und mit zwei Kleinkindern zuhause.

 

Als es dem Ende der Schwangerschaft zuging stellte sich raus, das Baby hat ein Loch im Herzen (VSD) und einen verengten Aortenbogen. Aber in welchem Ausmaß weiß man erst wenn es auf der Welt ist. Es gibt zwei Varianten an Operationen, aber operiert werden muss. Wir sollten uns auf eine längere Zeit auf der Intensivstation im Gießener Kinder-Herzzentrum einstellen.

 

Abschließend hatte ich zwar keinerlei Beschwerden in der Schwangerschaft und war sehr mobil, fühlte mich aber wie in einem falschen Film. Ich trug ein krankes Kind in meinem Bauch und konnte es nicht gesund machen. Die Frage „Warum?“ brannte sich in meinen Kopf und ist dort noch immer. Es war ein Alptraum mit keinem ersichtlichen Ende. Zur Geburt selbst möchte ich lediglich sagen, dass es eine spontane Geburt war mit einem sehr stressigen Ende.

Ein Kommentar

  1. Silvia sagt:

    Ich bin sehr stolz auf meine Tochter, du meisterst das alles sooo toll und jetzt auch noch diese super geschriebenen Erinnerungen. Ich bin stolz auf dich und den kleinen Tim

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