Der Anfang einer langen Geburt

Heute möchte ich euch von der Geburt unserer Tochter erzählen. Der errechnete Termin war der 5. Februar 2017. Doch es kam alles anders, ich sollte den Kreissaal schon früher kennenlernen.

kreissaal

Bis Ende November verlief alles ohne Komplikationen, eine Traum-Schwangerschaft. Doch den einen Abend lag ich unruhig im Bett, es ging mir nicht gut. Ich hatte immer wieder einen Schmerz im Unterleib. Da dies meine erste Schwangerschaft war, waren wir beide sehr nervös und wussten nicht recht was wir machen sollten. Wir beschlossen ins Krankenhaus zu fahren, da es ein Freitagabend war und ich erst Montag zum Arzt hätte gehen können. Im Krankenhaus angekommen ging es erstmal Richtung Notaufnahme, es war schon kurz vor Mitternacht und es war nicht wirklich viel los. Meine Daten wurden aufgenommen und ich wurde in den Kreissaal geschickt.

Der Kreissaal

Oben am Kreissaal angekommen, mussten wir klingeln. Eine nette Hebamme machte uns die Tür auf. Als erstes wurde ich an das CTG geschlossen und dort lag ich bestimmt 40 Minuten. Dann kam der Arzt und untersuchte mich, es war alles unauffällig, keine sichtbaren Wehen und der Muttermund war auch noch vollständig geschlossen. Mir wurde Blut abgenommen und ich bekam mein Zimmer gezeigt. Hier blieb ich mit Sicherheit übers ganze Wochenende. Da es mittlerweile kurz vor 2 Uhr war, verabschiedete ich von meinem Mann und legte mich ins Bett. Am nächsten Morgen hieß es früh aufstehen, leider ist das so in Krankenhäusern. Das Frühstück war recht lecker, danach wartete ich auf meinen Mann, er brachte mir meine Sachen vorbei. Ich bekam über das Wochenende Magnesium um die Wehen zu hemmen, jedoch sah man auf keinem einzigen CTG so wirklich Wehen. Ich kam mir etwas blöd vor und dachte, mir glaubt mit Sicherheit keiner. Aber es waren alle super nett. Da alles unauffällig war, durfte ich Montagmorgen wieder nach Hause. Das wurde auch Zeit, ich mag nämlich keine Krankenhäuser, aber wer mag die auch schon.

Die Ruhe vor dem Sturm

Zuhause angekommen, machte ich meinem Mann stress, er sollte das Bett aufbauen, den Himmel aufhängen und die Wickelkommode hinstellen. Ich packte die Krankenhaus-Tasche fertig. Es war mir eine Lehre und ich wollte so schnell wie möglich alles fertig haben. Man konnte ja nie wissen wann es los geht.

Die Zeit verging ziemlich langsam, ich sollte mich schonen und lag dementsprechend viel rum. Dann kam endlich Weihnachten, es war unser letztes Weihnachten zu zweit, das haben wir noch mal richtig genossen. Die Feiertage gingen schnell rum und die Vorbereitungen für das Silvesterfest waren da. Freitag waren wir in der SB-Union einkaufen und nachmittags bereitete ich schon mal einiges vor. Danach viel ich kaputt ins Bett. Am Samstag ging es so weiter, wie es Freitag aufgehört hatte. Mittags ruhte ich mich etwas aus.

Plötzlich wurde es leicht feucht im Slip. Gleich kam der Gedanke: „Och ne jetzt kann ich nicht mal mehr meine Blase halten“. Das war der einzige „Unfall“, deshalb machte ich mir keine weiteren Gedanken. Am nächsten Morgen, Silvester, wurde ich wach und stand auf, in dem Moment wurde der Slip wieder etwas feucht. So langsam machte ich mir ein wenig Sorgen und erzählte es meinem Mann. Dieser meinte, ich solle lieber mal die Hebamme anrufen. Ich rief sie direkt an, sie riet mir wegen den Feiertagen lieber mal ins Krankenhaus zu fahren.

Gesagt getan saßen wir an Silvester um 11 Uhr im Auto und fuhren ins Krankenhaus. Meinen Eltern schrieb ich eine Nachricht, dass es bei uns etwas später wird, wir waren verabredet für Silvester. Ich war voller Hoffnung und Überzeugung, dass sie mir im Krankenhaus sagen würden, ich sei inkontinent und ich dürfte wieder nach Hause.

Im Krankenhaus angekommen

Es war der gleiche Weg wie beim letzten Mal, es ging in die Notaufnahme. Ich schilderte meine Situation und ich wurde im System aufgenommen. Im Kreissaal angekommen, wurde ich erstmal an das CTG angeschlossen, es war komplett unauffällig. Als die Ärztin kam und sich das CTG ansah und mit mir redete, fragte ich sie, ob ich wieder nach Hause dürfte. Sie wollte mich zuerst untersuchen, machte mich aber auf das schlimmste gefasst. Es könnte Fruchtwasser sein, wenn dies der Fall wäre musste die Geburt eingeleitet werden, wegen einer möglichen Infektion. Ich war in der 34+5 SSW, die Lunge war ausgereift, aber es wäre trotzdem ein Frühchen und bedarf mit großer Wahrscheinlichkeit Hilfe bei der Atmung, sprich sie würde auf die Neugeborenen-Intensiv kommen. Mir wurde ganz komisch und ich betete, dass es kein Fruchtwasser war. Wir gingen nach nebenan und sie fing an mich zu untersuchen. Im Ultraschall war alles unauffällig, nun ging es zur vaginalen Untersuchung. Sie fing grade erst an und wollte eine Probe für den Fruchtwasser-Test machen, da machte es laut hörbar „Blopp“ und die Fruchtblase war geplatzt. Ich fing sofort an zu weinen, ich bekam mein über alles geliebtes Baby zu früh, war noch gar nicht darauf eingestellt und dann konnte das Ganze auch noch gefährlich für die kleine Maus werden. Meine Welt brach zusammen.

 

 

Wie es weiter geht und ob wir alles unbeschadet überstanden haben erfahrt ihr im nächsten Beitrag. Fortsetzung folgt…

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