Qualvolles Ende – Teil 16

Hier ist wieder ein neuer spannender Teil 🙂

Ebook-cover

Die Zeit rennt davon

 

Dem Entführer kam eine Idee. Er wählte eine Nummer und machte den Lautsprecher an, nur kurz vorher hatte er Tony den Mund mit Isolierband zugeklebt. Als Tony Gibbs Stimme war nahm, schreckte er mit seinem gesamten Oberkörper hoch, wurde jedoch durch die Fesseln wieder zurück auf das harte Gestell gedrückt. Der Schmerzensschrei war nur leise wahrzunehmen. „Wer ist da?“, hörte er Gibbs fragen. Tony öffnete die Augen und sah gerade seinen Peiniger aus der Tür gehen, doch bevor dieser die Tür schloss, rief er Gibbs noch etwas zu: „Unterhalten sie sich miteinander, bevor er an seiner Angst oder der Bombe gestorben ist.“ Sekunden später wurde die Tür zugeknallt. „Tony, wie geht’s dir?“ DiNozzo wollte antworten, doch seine Worte wurden durch das Isolierband für Gibbs nicht preisgegeben. „Tony…. Hörst du mich?“ Die Tür ging wieder einen kleinen Spalt auf. Anthony schaute zur Tür und stellte erschrocken fest, dass da gerade Ratten auf ihn zurannten. Automatisch schlug sein Herz schneller. Er schrie unter dem Isolierband so gut er konnte und hoffte, Gibbs würde ihn hören. Langsam kamen die Ratten seine Arme und Beine hochklettert. „Tony… Tony ganz ruhig. Ich bin gleich da. Halte durch, bitte.“ „Er kann ihnen nicht antworten. Sie sollten sich beeilen, sonst sehen sie nur noch seinen zernagten, leblosen Körper.“, kam die Stimme des Mannes, den Gibbs für immer hassen würde. „Sie Mistkerl, was haben sie mit ihm gemacht?“, schrie Gibbs in den Hörer. „Ihn seiner größten Angst gestellt. Ich habe ihm Gäste mitgebracht, süße hungrige Ratten. Und die haben wirklich großen Hunger. Tja und Schweißgeruch lockt die kleinen Tierchen erst recht an. Wenn die Ratten so weitermachen hat er keine 1 ½ Stunden mehr, also beeilen sie sich, wenn sie ihn retten wollen. Ach und eine viertel Stunde können sie noch mal abrechnen, da eine viertel Stunde wegen seiner Angst auch noch drauf geht. Na dann wünsch ich ihnen noch eine schöne Fahrt: Wir sehen uns. Tschüß.“

 

Nach diesem schrecklichen Telefonat drückte Gibbs das Gaspedal noch mehr durch. Sein Wagen flog nur so über den Asphalt. Er konnte es nicht fassen, dass Tony die Hölle auf Erden durchlaufen musste. Er hatte Angst Tony in die Augen zu sehen und ihm zu sagen, das er wichtige Zeit damit vergeudet hatte, an Kate und an ihn zu denken, anstatt gleich nach ihm zu suchen. Der Chefermittler glaubte, dass er seine Pflicht als Teamleader vernachlässigt hatte und seinen besten Agenten und Freund im Stich gelassen hat. Und so kann auch nur er schuld sein, wenn Tony stirbt, da war er sich sicher. Gibbs wusste, wie sehr Tony Mäuse und Ratten hasste, und jetzt liefen sie gerade auf ihm herum und nagten an ihm. Nur der Gedanke daran ließ Gibbs erschaudern. Er musste jetzt so schnell wie möglich bei Tony sein, da bestand kein Zweifel.

 

Der Teamleiter wählte die Nummer von Ziva und gab ihr bescheid, das sie sich McGee schnappen sollte, um mit ihm so schnell wie möglich zu der Adresse zu fahren, wo Tony war. Sie gab nur ein knappes „Sofort“ von sich und legte dann auf. Gibbs verstaute das Handy und hoffte sehnlichst, das er vor Ziva und McGee bei Tony ankommen würde. Er musste Tony noch etwas Wichtiges sagen.

 

Tony schrie sich die Seele aus dem Leib. Er hatte höllische Angst. Der junge Agent zog an Armen und Beinen, um von den Fesseln loszukommen, doch es brachte alles nichts. Er schrie und schrie, doch niemand hörte ihn. Plötzlich fing die Bombe an, laut zu ticken. Er schrie noch lauter und als der Entführer gerade zu ihm gehen wollte, hörte auch er das Ticken. Er ging näher an Tony ran und schaute auf die Anzeige der Bombe. Er scheuchte die Ratten von Tony weg und sah sich den ohnehin schon geschundenen Körper, der jetzt durch die Ratten mit kleinen feinen Rissen aus denen Blut tropfte auch noch verziert wurde, an. „Du hast es wohl eilig zu sterben? Wenn du so weitermachst, kann sich dein Boss noch nicht einmal von dir verabschieden.“ Mit einem riss zog der Mann Tony das Isolierband vom Mund. Wieder wählte er eine Nummer. „Gibbs.“, kam es hektisch vom anderen Ende der Leitung. „Sie müssen sich beeilen, ihr Agent hat es wohl eilig zu sterben.“ „Geben sie mir meinen Agenten, ich möchte ihn hören.“ Es dauerte kurz, als die leise Stimme von Tony wieder zu hören war. Sie klang so ängstlich. „Gibbs…. Gibbs hol mich hier raus… Sie tickt schon…. Es tut mir leid, aber bitte hol mich hier raus…. Ich will aus dieser Hölle raus…. Bitte… Ich flehe dich an, hol mich hier raus.“

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