Das Buch „Mirco: Verlieren. Verzweifeln. Verzeihen.“

 

Das Buch Mirco wollte ich eigentlich gar nicht lesen, da ich erst dachte, dass es zu traurig sei. Doch der religiöse Hintergrund daran hat mich gereizt. Seit meinem Jahr USA habe ich zum Glauben gefunden. Ja viele mögen jetzt vielleicht nicht mehr weiterlesen wollen oder denken „oh mann“ aber ich stehe dazu.

Da ich noch nicht super gefestigt bin und mich ganz oft selber bei schlimmen Schicksalen frage, „Wo war Gott“ oder „Warum“
Habe ich für mich die Entscheidung getroffen, das Buch zu lesen und zu verstehen, wie der Glaube an Gott bei solch einem Drama helfen kann.

Das Buch Mirco

 

Das Buch fängt an mit einer kurzen Zusammenfassung, was überhaupt passiert ist. Für die, die den Fall nicht im Fernsehen verfolgt haben. Dann berichten die Eltern, wie sie alles erlebt und durchlebt haben. Auch die Geschwister von Mirco schreiben über die Zeit und ihren Bruder. Es ist spannend und gleichzeitig sehr emotional die Schilderungen zu lesen. Man kann sich solch eine Tat und vor allem aus Sich der Eltern das Gefühl als erdrückend und zerbrechend vorstellen, aber nachdem ich das Buch gelesen habe und auch währenddessen hat die Familie Schlitter bestmöglich reagiert. Freunde haben auch das Buch gelesen und sich darüber aufgeregt, wie kalt die Familie/die Eltern rüber kommen, doch scheint es mir, dass sie neben den ganzen „kühl scheinenden“ Schilderung der Eltern die emotionalen überlesen zu haben. Mich beeindruckt das Verhalten. Es ist auch schön zu lesen, dass der Glaube an Gott die Eltern gestärkt und unterstützt hat. Ganz oft liest man über die Familien, die solch ein Schicksal erleiden mussten, dass sie zerbrochen ist, weil man den Schuldigen sucht und ganz oft bei noch ungelösten Fällen jede Kleinigkeit und jedes vielleicht Fehlverhalten des Partners beschuldigt. Doch die Familie Schlitter hat von vornherein nicht diesen Weg gewählt. Sie haben sich nicht beschuldigt und haben auch keinen Schuldigen gesucht. Sie haben sich den Freiraum gelassen, damit jeder einzelne mit der Situation so umgehen kann, wie es für jeden am besten ist.
Die Eltern haben sich bemüht den anderen Kindern ein normales Leben weiterhin ermöglichen zu können und sich nicht von dieser Spirale der Trauer/Angst etc herunterziehen lassen. Das Leben muss weitergehen, auch ohne Mirco in Person aber mit ihm im Herzen.
Eine Freundin meinte mal, dass sie sich zu Hause eingesperrt hätte weil jeder der Täter hätte sein können, aber die Familie Schlitter haben bewusst den normalen Alltag gewählt. Warum auch nicht!? Warum zu Hause sitzen und sich den Kopf über Eventualitäten zerbrechen.
Sie haben sich mit dem schlimmsten Fall früh auseinandergesetzt und gebetet, dennoch bestand immer noch die Hoffnung dass Mirco noch lebt.

Dem war aber leider nicht so. Als der Täter gefunden wurde, schien die Familie endlich zur Ruhe zu kommen, doch bis heute hat sich der Täter nicht geäußert darüber, was er wirklich mit Mirco getan hat. Das ist das letzte Stück, das der Familie zum tatsächlichen schließen des grauenvollen Kapitels fehlt.

Der Glaubensaspekt, dass sie stets für ihren Sohn und den Täter gebetet haben ist für mich sehr beeindruckend gewesen. Durch den Glauben, behaupte ich mal, konnte die Familie dieses schlimme Schicksal überstehen und Mirco gehen lassen. Für viele scheint dies vielleicht makaber aber es ist doch der einzige richtige Weg, meiner Meinung nach, um nicht vollkommen kaputt zu gehen.

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