Vom Dorf in die Großstadt

Hey Leute,

heute möchte ich euch mal ein wenig aus meinem Leben erzählen.

Ursprünglich stamme ich aus dem schönen Waldhessen. Ich entschied mich Ende der 9. Klasse für eine Ausbildung als Chemielaborantin, ich liebte die Chemie. Zuerst hatte ich mich nur in meiner Umgebung beworben, doch leider hatte ich dort kein Glück. So kam dann die deutschlandweite Bewerbung.

Ich hatte einige Einstellungstest, doch nur bei einem auch ein Vorstellungsgespräch, dort hat es dann auch geklappt, und so hieß es vom Dorf in die Großstadt. Frankfurt am Main sollte meine neue Heimat heißen. Es war ein ziemlich harter und großer Schritt für mich und meine Eltern. Ich feierte noch meinen 17. Geburtstag zuhause und kurze Zeit später ging der Umzug los.

Da ich unter 18 war und meine Eltern nicht für eine Wohnung bürgen wollten so früh, zog ich in das Kolpinghaus in der Frankfurter Innenstadt ein. Dies war ein Jugendwohnheim für Jugendliche, hauptsächlich welche die unter 18 Jahren waren, welches durch Pädagogen betreut wurde. Dadurch dass ich eine Ausbildung in Frankfurt gemacht hatte und mein Elternhaus zu weit weg war, bekam ich Unterstützung vom Arbeitsamt, BAB nennt sich das und wird durch das Gehalt der Eltern, von sich selber und den Kosten der Unterkunft berechnet. Damals hatte man sich im Kolping ein 20m² Zimmer mit jemanden geteilt, ein Waschbecken war im Zimmer, Dusche, WC, Waschmaschine, Trockner und Küche waren für das gesamte Stockwerk.

Am Anfang hört sich das ziemlich blöd an, aber jetzt im Nachhinein denke ich mir, dass es sehr gut war, dass ich dort erst gewohnt habe. Man war nie alleine, konnte aber wenn man doch mal alleine sein wollte sich zurückziehen. Man hat viele Leute kennengelernt und auch so viele neue Seiten kennengelernt. Man war direkt an der Innenstadt und war überall entweder zu Fuß oder mit Bus und Bahn schnell vor Ort. Die Pädagogen waren immer da wenn man mal einen Rat brauchte, das einzig doofe war, dass die Eltern und Freunde so weit weg waren, aber da gewöhnt man sich schnell dran und man findet ja auch neue Freunde.

Dort habe ich auch an einem Kennenlern-Grillen meinen Verlobten getroffen und mich sofort verliebt. Das war auch mein großes Glück, ansonsten hätte ich wahrscheinlich einige Probleme gehabt, so ganz allein am Anfang. Er erleichterte mir die Anfangszeit, immer hin war er schon ein Jahr in Frankfurt. Insgesamt habe ich zwei Jahre im Kolping gewohnt, eine gute Zeit um Fuß zu fassen in der Großstadt und auch zu lernen, was das Leben kostet. Dann ging es auf Wohnungssuche, wobei dies sich als sehr schwer erwies, nicht weil uns die Wohnungen nicht gefielen oder nicht bezahlbar waren, sondern weil kein Vermieter zwei Azubis haben wollte.
Irgendwann hatten wir aber dann großes Glück und ein Vermieter hatte nachsehen mit uns. Und somit wohnen wir schon 3,5 Jahre in unserer ersten Wohnung.

Ich fand das Kolping Jugendwohnen sehr gut und empfehle es jedem der in den jungen Jahren von zuhause auszieht. Eine eigene Wohnung ist zwar schön, am Anfang aber sehr ruhig und langweilig, da fällt einem die Decke auf den Kopf. Um erst mal Fuß zu fassen und zu lernen was es heißt ganz auf sich alleine gestellt zu sein ist es echt super dort. Es ist auf jeden Fall eine Besichtigung wert, wenn man so einen Schritt tut, egal aus welchem Grund (ob Studium, Ausbildung u.v.m.).

Wenn Ihr Fragen zu dem Thema habt, fragt gerne und seit nicht schüchtern 🙂

Ein Kommentar

  1. […] ich euch erzählen wohin ich mit meinem Mann gezogen bin. Ihr konntet vor längerer Zeit lesen, „Vom Dorf in die Großstadt“, warum ich nach Frankfurt gezogen bin. Heute schreibe ich darüber, warum ich mich nach 6 Jahren […]

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